Commpinion – Erfahrung 2.0

Als wir – neun Studenten und Studentinnen des FH Studiengangs Kommunikationswirtschaft – im Jänner dieses Jahres beschlossen, unseren Commpinion-Blog zu gründen, war unsere Intention, den Umgang mit dem Medium „Blog“ zu erfahren und unsere an der FH so zahlreich erworbenen Kenntnisse auch in der Praxis zu testen. Darüber hinaus wollten wir herauszufinden, wie die Community/Redaktion hinter einem solchen Blog funktioniert, wie man möglichst große Reichweiten mit Blogs erzielt und zu erfahren, wie ein Blog in der Kommunikation zielführend eingesetzt werden kann.

Da sich die Zeit als FH KOMM-Student/-in langsam aber sicher dem Ende neigt, wollen wir dies zum Anlass nehmen, um unseren Blog zu reflektieren und gemeinsam mit euch, liebe User, die Ergebnisse unseres „kleinen Forschungsprojekts“ zu diskutieren und unsere Erfahrungen zu teilen.

Zuerst einmal unsere „hard facts“: Unser Blog ging am 18. Jänner online und seitdem wurden 39 Artikel veröffentlicht, darunter auch 2 Gastbeiträge. Unsere Beiträge wurden mit insgesamt 72 Kommentaren beantwortet und brachten ca. 600 Aufrufe pro Monat.

Uns war es auch wichtig, herauszufinden, welche Artikel die meisten Leser brachten – also welche Themen für unsere Leser am interessantesten waren. Die zwei meistgelesenen Beiträge waren laut WordPress-Statistik die zwei Bundesheer-Artikel „So deppert, dass er schon wieder genial ist – der neue Bundesheer Heer4u Spot“ und „Eine Lanze brechen für das Bundesheer… oder warum der Panzerspot eine differenziertere Betrachtung verdient“. An dritter Stelle kommt „Guerilla Marketing by Heineken“, gefolgt von „Heimat bist du großer Söhne und Töchter“ sowie „Blogs – die Spitzendisziplin der Integrierten Kommunikation“. Zum einen vermuten wir daher, dass Themen, die gleichzeitig auch in anderen Medien aktuell sind, auch hier viele Leser anziehen. Andererseits können auch bekannte Markennamen die Useranzahl steigern. Der in der Aufzählung letztgenannte Beitrag ist möglicherweise deshalb in den Top 5 vertreten, da dieser schon die längste Zeit online ist. Wir wollen daher nicht verallgemeinern, welche Themen ein Indiz für hohe Userzahlen sind.

Wesentlich für eine hohe Userzahl sind aber nicht nur die Themen, sondern wahrscheinlich auch die Art und Weise der „Bekanntmachung“ der Beiträge. Da bei uns alle Beiträge in den gleichen bzw. ähnlichen Foren verlinkt wurden und somit eine sehr ähnliche Bekanntmachung erfolgte, können wir hier keine Ergebnisse erkennen.

Ein Ergebnis ist sicher auch, das bei ständig wechselnden Themen (auch wenn sie um ein großes Generalthema wie Kommunikation kreisen), schwer ein Dialog zustande kommt. Es wäre durchaus möglich, auf Kommentare auch mit einem Blogbeitrag zu antworten und gewisse Themen zu vertiefen oder zu erweitern. Aufgrund der Struktur der Redaktion, die allen Chancen geben sollte zu bloggen, war dies aber nur schwer möglich. Im Regelfall, wenn Blogs von Einzelpersonen betrieben werden, ist dies leichter der Fall.

Da ein Blog – als Medium des Web 2.0 – durch Interaktivität, Feedbackmöglichkeit und Dialog gekennzeichnet ist, ist nun vor allem deine Meinung gefragt:

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Corporate Sound – Integrierte Kommunikation für das Ohr

Hören Sie mal. Was hören Sie? In genau diesem Moment, während sie diese ersten Zeilen über akustische Kommunikation lesen – Was hören Sie?

Vielleicht hören Sie gerade das Lüfterrauschen ihres Computers, die Musik, die sie nebenbei hören, oder den gedämpften Lärm der Strasse vor der Tür oder die Unterhaltungen der Menschen, die neben Ihnen im Café sitzen. Fest steht, sie hören etwas. Willkommen in der akustischen Dimension.

Wir hören. Immer und überall. Die akustische Wahrnehmung ist der erste Sinn, den der Embryo im Mutterleib ausbildet und der letzte Sinn, den ein sterbender Mensch verliert. Deswegen können Babys bereits vor der Geburt die Stimme der Mutter wieder erkennen und Sterbenden gibt die Stimme ihrer Angehörigen auch in den letzten Minuten des Lebens noch Beistand, wenn Sie schon nicht mehr reagieren können.

Wir hören auch im Schlaf. Deswegen piepen Feuermelder auch lautstark und rollen kein großes Schild aus, auf dem in roten Versalien steht: VORSICHT! ES BRENNT!

Klang umgibt uns, durchdring uns, überall und jederzeit. Trotzdem leben wir in einer visuell dominierten Welt, auch in der Unternehmenskommunikation. Allgegenwärtig sind die Reize für das Auge, ein größeres Unternehmen ohne „Corporate Design“ sucht man vergebens – aber ein Corporate Sound?

Akustische Markenkommunikation – die große Unbekannte?

Der Begriff „Corporate Sound“ wurde 1995 vom Schweizer Sound Branding Pionier Peter Philippe Weiss geprägt. Er definiert ihn im Fachbuch der „Nicht-Klassiker der Unternehmenskommunikation“ (THEXIS Verlag, St. Gallen) als „die Eingliederung des gesamten akustischen Auftritts des Unternehmens in den Zusammenhang der bestehenden Corporate Identity.“

Der Corporate Sound ist damit die akustische Entsprechung des visuellen Corporate Design, eine gestaltete Übersetzung der Unternehmensidentität in ein Medium der Kommunikation, hier Klang. Ist ein Corporate Sound also Integrierte Kommunikation? Er kann gar nichts Anderes sein. Angebunden an die Werte der Unternehmensmarke steht er für den Absender der Kommunikation und verweist symbolisch auf ihn.

Zum Beispiel: Das Intel-Soundlogo – über Jahre mit einem immensem Mediabudget etabliert und gelernt verfolgt es uns heute bis in die Küche, wenn wir in der Werbepause Getränke holen und sagt „Das war Intel“.
In der aktuellen Imagekampagne des amerikanischen Computerchipherstellers wurde das Soundlogo zudem neu interpretiert: Passend zur Message der Kampagne, die Mitarbeiter als Menschen in den Vordergrund zu stellen, wird das Soundlogo gesungen. Die Wiedererkennung ist aufgrund der markanten Melodielinie gesichert, und ein (neuer) Markenwert wird ästhetisch passend kommuniziert.

Wer braucht einen Corporate Sound?

Ein akustisches Markenzeichen, nun gut. Aber wer braucht das schon? Nur der multinationale Konzern, der im großen Stil TV-Kampagnen und Radiowerbung schaltet?

Wenn man die oben genannte Definition erst nimmt, ist dies eigentlich die falsche Frage. Denn die Frage, ob man einen Corporate Sound braucht, impliziert die Annahme, dass man noch keinen hätte. Ist dem so?  Ein kleines Gedankenspiel (Wenn Sie gerade im Büro sind, lade ich Sie auch ein, es ganz praktisch auszuprobieren):
Nehmen Sie das Telefon zur Hand und wählen Sie die Nummer der Zentrale ihrer Organisation: die Kundenhotline, den Empfang, das Sekretariat – die erste Anlaufstelle für alle, die Sie erreichen wollen. Und nachdem die Person am anderen Ende freundlich überrascht reagiert hat, lassen Sie sich in die Warteschleife legen. Und hören Sie. Und dann stellen Sie sich die Frage ob dieser „akustische Auftritt“ Ihrer Organisation den Werten und Visionen seines Absenders entspricht.

In der Tat ist das Telefon eines der meist unterschätzen Kommunikationsmedien überhaupt. Millionen werden für teure TV-Spots an exotischen Locations ausgegeben. Aber in den Kontaktpunkt, an den die Anspruchsgruppen ein Unternehmen persönlich und direkt erreichen können und wollen (der Traum eines jeden Dialogmarketers) wird kaum investiert. Ob dies als Wertschätzung des Kunden (und der Investoren etc.) gelten kann, der freiwillig (!) mit dem Unternehmen kommunizieren will …

Den richtigen Ton anschlagen, in allen Medien

Doch ein Corporate Sound ist mehr als eine gut gestaltete Telefonwarteschleife. Und er kann mehr, als das Warten auf den Gesprächspartner zu versüßen. Die inszenierende Macht von Klang kennen wir aus dem Kino. Schauen Sie mal einen Horrorfilm ohne Ton, die Erfahrung wird meist langweilig bis albern.

Klang berührt uns tiefer und emotionaler als Bilder es je könnten. Wenn man dieses Potential maßgeschneidert über alle Medien hinweg konsistent ausspielt, können Marken sehr wirkungsvoll emotional aufgeladen werden. Und sie gewinnen an Präsenz, auch dort wo man sie nicht sehen kann. Denn im TV, im Internet, am Telefon, auf dem Messestand, bei Events, in der Firmenlobby, im Ladengeschäft, in Ausstellungen – überall hören wir. Und überall wollen wir etwas Anderes hören, so wie es sich für das Medium eben gehört. Aber überall können wir auch auf subtil charmante Weise daran erinnert werden, wer da mit uns kommuniziert. Willkommen in der akustischen Markenkommunikation.

Über den Autor:
Cornelius Stiegler forscht im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste zum Thema akustische Markenkommunikation und ist Autor des Corporate Sound Blog.

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Variationen zur Bundespräsidentenwahl

Es geht um die Werte bei der diesjährigen Bundespräsidentenwahl. „Unser Handeln braucht Werte“ plakatiert der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer. „Ohne Mut keine Werte“ die Konkurrentin Barbara Rosenkranz. Werte spielen offenbar eine wichtige Rolle, soweit ist man sich einig. Die Christen (Rudolf Gehring) gehen sogar noch einen Schritt weiter, auf deren Homepage liest man: „Leben. Werte. Zukunft.“ (Hätte das mal lebenswerte Zukunft heißen sollen??)

Interessant finde ich, dass „Werte“ so abstrakt plakatiert werden, aber nicht diskutiert. Wenn man wissen will, was gemeint ist, muss man schon auf den Websites nachschauen. Man kann aber auch schauen, was mit den Plakaten im öffentlichen Raum so geschieht:

Es geht aber auch dezenter. Viele Rosenkranz-Plakate wurden ja um einen schwarzen Punkt ergänzt, es geht auch mit einem roten:

Offenbar glaubt man der Dame nicht. Es gibt auch Leute, die behaupten, für Heinz Fischer könnte man dasselbe plakatieren. Aber die Werte werden noch immer nicht verhandelt, eine Fernsehdiskussion fand zwar statt, aber ohne Fischer.

Bleibt wirklich nur mehr die Website. Bei Rosenkranz wird man zumindest schnell fündig, was denn mit ihrem Plakat gemeint ist:

Ohne Mut keine Heimat. Das ist also der Wert, für den man mutig sein muss: Heimat.

Bei Gehring ist es dann gleich ein Wertefundament: Er sei „tief in jenem abendländischen Wertefundament verankert, das Österreich braucht, um der Herausforderung und Bedrohung durch einen immer aggressiver werdenden Islamismus entgegenzutreten!“ Was denn jetzt abendländisch heißt, darüber kann man diskutieren – aber immerhin hat man mal ein Feindbild definiert.

Und zu guter Letzt noch Heinz Fischer:

Zusammenhalt Gleichheit Sicherheit Ehrlichkeit Rechtsstaatlichkeit Menschenwürde Anstand Leistung Nachhaltigkeit Gerechtigkeit Freiheit

11 gleich (warum hat er es nicht bis zur perfekten Zahl 12 geschafft? Schön auch, dass er Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit trennt – offenbar meint er soziale Gerechtigkeit, dafür sind sich dann Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit wieder sehr ähnlich), aber egal, da ist für jeden was dabei – bloß die Heimat fehlt.

Es findet keine Bundespräsidentenwahl statt am Sonntag, weil es keine Auswahl gibt. Demokratie als Wettstreit von Ideen kann es nur geben, wenn man auch wählen kann. Ich finde nicht, dass dieser Wahlkampf dieses Kriterium erfüllt.  Ein Kandidat der Mitte, der gewinnen wird, zwei radikale Positionen, die man teilen kann oder auch nicht, aber eine konstruktive Auseinandersetzung fand kaum statt.

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Der Ausbruch des Eyjafjallajökull – der einen Leid, der anderen Freud…

Wer hätte das gedacht: ein Vulkan spuckt Asche und legt dadurch den Flugverkehr in weiten Teilen Europas über Tage hinweg lahm. Viele ärgern sich darüber und tragen mitunter großen Schaden davon. Andere wiederum profitieren – das sind in erster Linie Bahn-,  Bus- und Taxiunternehmen,  sowie Autovermieter, auf die „gestrandete“ Flugpassagiere jetzt nach Möglichkeit ausweichen (müssen). Sehr schnell reagiert hat (wiedermal) die Autovermietung Sixt, die, obwohl die Umsätze des Unternehmens dieser Tage ohnehin in die Höhe schnellen dürften, den Vulkanausbruch gleich für die eigene Kommunikation nutzt:

Derzeit ist das Sujet nur auf der Startseite der deutschen , britischen und französischen Sixt-Website zu sehen. Ob es zu einer breiteren Auseinandersetzung  in anderen Medien kommen wird, ist wohl stark abhängig davon, wie lange der Vulkan aktiv bzw. das Thema aktuell bleibt.

Über Geschmack lässt sich zwar nicht streiten, aber was meint ihr? Clever und gut reagiert oder in Anbetracht der negativen Folgen, die der Vulkanausbruch für viele Unternehmen und auch Privatpersonen hat, schlicht fehl am Platz und geschmacklos?

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Es läuft etwas verkehrt beim Wien Marathon …

… und zwar ein Teilnehmer mit einer Flagge der Republik China. Republik China bitte nicht verwechseln mit der Volksrepublik China, die Republik China, das ist Taiwan und dass ein Teilnehmer den Marathon rückwärts bestreitet, ist wohl ein Ausdruck dessen, dass etwas falsch läuft im Konflikt um die Unabhängigkeit der Insel. Nona. Jedenfalls ein Beispiel dafür, wie ein großes Sportereignis wie ein Marathon nicht nur von Sponsoren genutzt werden kann, sondern auch von Aktivisten.

Greenpeace ließ letztes Jahr Eisbären starten, dieses Jahr einen Baum und einen Orang-Utan. Es geht um die Abholzung des Regenwaldes in Indonesien, um dann Palmölplanatagen zu errichten. Konkret richtet sich der Protest gegen Nestlé, die dieses Palmöl verwenden. Siehe hierzu diesen Videobeitrag (der – obwohl der Kommentar etwas an die Sendung mit der Maus erinnert – auch ein Beitrag ist zum Thema Wie starte ich eine Bewegung?):

Auch in der ORF-Übertragung kam der Baum ins Bild, es lief übrigens auch jemand mit einem Transparent mit, wo Nestlé zum Stopp der Regenwaldzerstörung aufgerufen wurde – im ORF konnte man das aber gar nicht lesen, das Kommentar war: „Immer wieder interessante Teilnehmer beim Marathon.“

Theoretisch könnten Aktivisten also ein großes Publikum erreichen, wenn die Medien mitspielen …

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Product Placement nun auch im deutschen Fernsehen

Product Placement ist eine Sonderwerbung, bei der „ein Markenprodukt oder ein Markenkennungszeichen (z.B. Logo) gegen Bezahlung in ein Programm (z.B. in Fernsehen, Kino oder Hörfunk) integriert wird und von auditiven, visuellen und/oder audio-visuellen Medien verbreitet wird.“ (aus Effektivität von Ausgestaltungsformen von Produkt Placement von Pascal Schumacher)

In Österreich ist Product Placement nicht sehr stark verbreitet, da Kinofilme eine zu geringe Reichweite haben und somit für Marken uninteressant sind. Darüberhinaus wird im öffentlich rechtlichen Fernsehen die werbliche Platzierung durch das ORF Gesetz stark eingegrenzt. (Mehr über Produkt Placement in Österreich gibts hier)

Bei den hierzulande empfangenen deutschen Privatsendern dürfte sich dies allerdings bald ändern. Seit 1.April gilt eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrags, die Product Placement legalisiert.

Den Anfang machte Pro7 mit „Schlag den Raab“ am vergangenen Samstag. Während der Sendung wurden immer wieder, mehr oder weniger auffällig Markenprodukte oder –logos verwendet und eingeblendet. Begleitet wurden diese Maßnahmen mit einem eingeblendeten „P – Unterstützt von Produktplatzierungen“. Dass dieser erstmalige Einsatz im öffentlichen Fernsehen erfolgreich war, dokumentieren die Zugriffsdaten auf ein Marketing Blog. Dieser veröffentlichte zuvor einen Artikel über eines der platzierten Produkte (den „m-Ball“) und erhielt dadurch über die Google-Suche überdurchschnittlich hohe Seiten-Aufrufe.

Studien zeigen, dass im Fernsehen Product Placement eher wahrgenommen wird, wenn das Produkt verbal erwähnt wird, wie wenn es nur visuell sichtbar ist. In einer Sendung wie „Schlag den Raab“ wirkt das allerdings sehr aufdringlich. Während das kurze Einblenden eines Logos nicht wirklich stört, fällt das explizite Nennen von Markennamen auf und wirkt schnell zu kommerziell.

Dass jedoch Product Placement nicht nur beiläufig geschehen muss, sondern auch richtiger Bestandteil einer Sendung werden kann, zeigen Beispiele aus dem „Product Placement Paradies“ USA. Dort hat diese Werbeform schließlich schon lange Tradition. In den letzten Jahren wird Product Placement dort sogar durch die übermäßig offensichtliche Platzierung Teil von Comedy Sendung. So zum Beispiel bei „30 Rock“.

Ich  persönlich finde diese Art der Produktplatzierung ehrlicher und vor allem lustiger! Allerdings frage ich mich, wie gewinnbringend dies für eine Marke ist? Nimmt der Zuseher diese sympathischer wahr, da die Marke die Sendung finanziell unterstützt und diesen Spaß mitmacht? Oder macht es das Produkt eher lächerlich?

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ING DiBa & Niki Lauda

Also es gibt wohl nur wenige die den „Schnitzel“ TV Spot von ING DiBa mit Niki Lauda nicht kennen. Für den Spot wurde schon damals wohl viel Geld in die Hand genommen, er wurde sehr oft geschalten, wurde von Print und Außenwerbung begleitet und wurde auch in diversen Foren heiß diskutiert. Meiner Meinung hat der Spot seine Wirkung (Recognition und Awarenss, zumindest Medienfachleuten zufolge) nicht inhaltlich sondern durch die starke Polarisierung erreicht. Polarisierung aus zwei Gründen:

  1. Niki Lauda – so sympathisch ich ihn sonst auch finde – scheint mir nicht das richtige Testimonial für ING DiBa zu sein, vor Allem weil er fast schon zu prominent ist. Ich glaube dass seine Person in dem Spot zu sehr von der Marke bzw. vom eigentlich beworbenen Produkt ablenkt.
  2. Zudem ist er nicht gerade der talentierteste Schauspieler. Vielleicht wollte man hier gezielt sehr banal wirken aber wenn, dann wurde hier zu dick aufgetragen. Viele finden seine Schauspielkünste eher irritierend. Ob das wiederum der Marke so gut tut?

Auf Kundenseite scheint man vom Erfolg sehr überzeugt zu sein. Die Fortsetzung der Kampagne wurde bereits ausgestrahlt – im neuen TV Spot mit Niki Lauda und der Taxifahrt durch die Stadt. Und so sehr ich mich selber darüber wundere, aber jedes Mal wenn ich an den Spot denke, habe ich nur den Lauda vor den Augen, aber nie die Bank oder das Produkt. Ich könnte gar nicht sagen welches Produkt die da bewerben.

Und letztendlich macht man Werbung um eine Marke oder ein Produkt zu bewerben, zu verkaufen. Die Zielgruppe soll sich daran erinnern. Und hier scheint das Ganze wohl eher auf Eigenwerbung für Niki Lauda hinauszulaufen. Prinzipiell finde ich Testimonials in der Werbung sehr nützlich. Vor Allem für neue Produkte und Marken geeignet, Sympathiewerte und Bekanntheit können durch entsprechende Assoziationen schnell aufgebaut werden und mit dem Werbeobjekt verknüpft. Aber gerade das Beispiel von ING DiBa zeigt meiner Meinung nach, wie vorsichtig man in der Wahl des Testimonials sein muss.

Man muss nicht nur Grundlagen beachten wie z. B. den Fit der jeweiligen Person mit dem Unternehmen, Produkt usw. Man muss auch berücksichtigen welchen Werbewert und Bekanntheitsgrad das Testimonial hat, ob es nicht zu dominant ist und dadurch eventuell das Risiko darstellt vom Produkt oder der Marke abzulenken. Die Lokalität spielt hier natürlich auch eine große Rolle. Niki ist eben ein nationaler VIP – einfach jeder kennt ihn  und zu dem genießt er große Sympathie. Und genau das könnte im Falle von ING DiBa der Grund dafür sein, dass die Marke und das beworbene Produkt unbewusst in den Köpfen der Zielgruppe in den Hintergrund absinken.

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Apple iPads sind los

4. April 2010 – Heute Früh startete der Verkauf des Apple iPad, neuestes Gerät aus dem Hause Apple. Apple ist es wieder gelungen, den Verkaufsstart als weltweites Ereignis zu zelebrieren. Dem Einsatzzweck des iPads ist man sich laut Zeit im Bild noch nicht gänzlich sicher. Man darf jedoch gespannt bleiben, denn Apple schaffte mit dem iPhone und dem iPod trotz gegensprüchlicher Prophezeiung von Experten durchschlagende Erfolge. Hunderte Personen standen in der Nacht Schlange vor Geschäften und mehrere 100.000 Kunden bestellten in den letzten drei Wochen online. Unter Applaus wurden die Menschen in Gruppen in die Geschäfte gelassen. Nach Schätzungen von Apple-Kennern gehen allein am ersten Wochenende 200.000 bis 400.000 iPads über den Ladentisch.

30. März 2010 – Erste Auflage des iPad bereits ausverkauft. Wer noch nicht vorbestellt hat, bekommt es nicht zum Handelsstart, sondern 9 Tage später, was laut n-tv einen netten PR-Gag darstellt. Psychologen sprechen vom Cool-Faktor. Das Geheimnis besteht darin, dass sich die Person cool fühlt, indem sie sich den Gegenstand kauft. Viele sehen beim Apple iPad trotzdem keinen Nutzen, weil sie schon Handy, Computer etc. verwenden.

28. Jänner 2010 – Ein kurzer Rückblick: Das iPad wird der Öffentlichkeit präsentiert und sorgt in erster Linie für Belustigung, nicht aufgrund des Aussehens, des Könnens, sondern… aufgrund des Namens. iPad bedeutet im amerikanischen „Tampon“. In kurzer Zeit reagierte Twitter mit „iTampon“. Mediafirmen fragten sich, ob Frauen in der Apple-Marketingabteilung arbeiten. Social Media -Experten bemerkten, dass Apple anscheinend ein wichtiges Detail übersehen haben. Mad TV präsentiert das Thema in Filmversion:

Doch sorgte gerade diese Belustigung für Publicity und trug meiner Meinung nach zur Bekanntmachung bei. Markenexperte Oliver Schmitt von der Agentur viennabrand meinte, solch einen „Ausrutscher“ könnte Apple verkraften, da es sich um eine sehr starke Marke handel. Marketingexperten in den USA meinten, dass sich zu Verkaufsstart niemand mehr für den Namen interessiert. Und so scheint es zu sein. Wie es weitergeht mit dem Erfolg des iPads? Wir sind gespannt…

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Mit Social Marketing HIV den Kampf ansagen

Dass HIV ein großes Problem unserer Gesellschaft ist, ist nicht zu leugnen. Eine Art, dieser Krankheit den Kampf anzusagen ist Social Marketing.

Social Marketing (nicht zu verwechseln mit Social Media Marketing) „is the use of marketing principles and techniques to influence a target audience to voluntarily accept, reject, modify, or abandon a behaviour for the benefit of individuals, groups, or society as a whole” (Kotler et al. (2002): Social Marketing. Thousand Oaks: Sage Publications).

Die Verbreitung von Social Marketing Kampagnen wird oft dadurch ermöglicht, dass Medien kostenlos Plakat-, Anzeigenflächen und Sendeplätze zur Verfügung stellen.

Wie jede andere Werbekampagne, will auch Social Advertising gegen HIV Aufmerksamkeit erregen und Bewusstsein schaffen. Im Mittelpunkt steht hierbei kein Produkt sondern ein Thema. Auch wenn das Ziel nicht der Verkauf eines Produkts ist, so soll doch eine Handlung – in diesem Fall die Verwendung eines Kondoms – hervorgerufen werden.

Nahe liegend bei solchen Themen ist hier die Verwendung von Schock-Elementen, wie beispielsweise bei diesem Spot von Staying Alive:

Genauso, vielleicht sogar noch weiter verbreitet, ist die humorvolle Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Hier zwei wirkliche Highlights:

Ich hoffe die Lautsprecher waren auf leise ;)

Grandios waren auch die frühere „Mach’s mit“ Kampagnen. Die Idee dazu wurde übrigens in einem Kreativwettbewerb an deutschen Kunst- und Grafikdesignhochschulen entwickelt. Die Studenten mal wieder ;)

Eine weitere Gestaltungsart, die sich Social Marketing vom großen Bruder „kommerzielle Werbung“ abgeschaut hat, sind Testimonials. Hier wird die Bekanntheit von  Schauspielern, Sportlern etc. genutzt, um auf ein Problem aufmerksam zu machen.

Hier ein Beispiel von Join the Fight

Dass es aber auch weder schockierend, noch lustig geht, zeigt diese Beispiel aus China. (Vielleicht haben sich aber auch DIE chinesischen Celebreties schlechthin darin versteckt – das kann ich leider nicht beurteilen). Viel Spaß!

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„Beef Baba“ und Welcome Veggie auf Facebook

Seit 03. März gibt es bei McDonald’s wieder was Neues: den Veggie Burger. Der Launch wurde bzw. wird, wie eigentlich alles bei McDonald’s, mit einer großen Kampagne unterstützt, die neben Printsujets, Plakaten und TV-Allongen auch eine Facebook-Fanpage beinhaltet. Insgesamt Integration vom Feinsten, dies sei hier jedoch nur am Rande bemerkt.

Alle Sujets und TV-Spots finden sich übrigens hier.

Besonders interessant finde ich bei dieser Kampagne die, soweit ich weiß bzw. herausfinden konnte, bisher erste und einzige offizielle Facebook-Fanpage von McDonald’s Österreich. Geht man auf die Startseite der McDonald’s-Website, sind unter anderem der neue Burger und das Facebook-Logo zu sehen und darüber steht: „Fan werden und Gewinnen“. Oh!Gewinnen! Na, da klick ich doch gleich mal hin!

Was einen dort erwartet, hat mich zugegeben überrascht: es handelt sich nicht um eine 0815-Fanpage mit mäßig interessanten Infos zum Produkt und fehlendem Reiz zur Interaktion,  sondern, wie ich finde, vielmehr um einen wirklich sehr gelungenen Auftritt.

Gut, das Gewinnspiel hat wenig Interaktives an sich, da der Gewinn schlichtweg unter allen Fans verlost wird, aber es führt zumindest dazu, dass sich die User auf der Fanpage einfinden.

Dort sind dann noch einige weitere Dinge im Angebot: Beispielsweise eine App, mit der man einen virtuellen Veggie Burger an seine Freunde verschicken kann. Auf Facebook grundsätzlich nicht neu, aber trotzdem: Es lebe virales Marketing. Noch gelungener finde ich eine andere Aktion: Bis 08. März wurden die lustigsten Sprüche und Gedichte zum Thema Gemüse gesucht. Wer einen Spruch postete, war dazu aufgerufen, möglichst viele Comments und Likes zu sammeln. Die beliebtesten Sprüche werden in der Werbekampagne für den Veggie Burger eingesetzt. Noch einmal: Es lebe virales Marketing.

Die Seite hat mittlerweile mehr als 6200 Fans. Fragen werden von Seiten des Unternehmens (oder vielleicht auch von dessen Agentur?) binnen Stunden beantwortet und negative Kommentare, wie „KOTZE FRITIERT“ (!!) offensichtlich akzeptiert anstatt gelöscht.

Ich finde die gesamte Kampagne ausgesprochen gut und vor allem auch den Facebook-Auftritt. Der Auftritt ist nicht langweilig, regt zur Interaktion und zum Dialog an und das ständige Bemühen um neue, aktuelle Inhalte und Apps  ist offensichtlich.  Man kümmert sich um die Fans und deren Anliegen, lässt aber durchaus auch kritische Äußerungen zu. Das ist für mich im Großen und Ganzen das, was ein Unternehmen auf oder mit einer Facebook-Fanpage leisten muss.

Ein paar Fragen tauchen trotzdem auf, über die es sich nachzudenken lohnt:

  • Hätte man den Hinweis auf die Facebook-Fanpage auch in die klassischen Medien und Maßnahmen einbauen können oder sollen?
  • Wären Auftritte in anderen Social Networks auch sinnvoll?
  • Warum startet McDonald’s Österreich ausgerechnet mit einem Produkt und nicht als Unternehmen selbst in die Facebook-Offensive?

Was meint ihr dazu?

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